2. Lüneburger Museumsnacht
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2. Lüneburger Museumsnacht

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Die Eröffnungsfeier im Fürstensaal des Rathauses Lüneburg

"Mittelalterliche Fanfaren zum Empfang eines Fürsten, dargeboten auf Schallmeyen und Bombarden" gespielt von der Historischen Bläsergruppe des Hamburger Konservatoriums, leiteten die 2. Lüneburger Museumsnacht im Fürstensaal des Rathauses Lüneburgs ein.

OB Ulrich Mägde, der die Schirmherrschaft der Museumsnacht hatte, eröffnete die 2. Lüneburger Museumsnacht und wies auf die große Kulturvielfalt der Stadt Lüneburg hin, die durch die Museumsnacht noch bereichert wird. "Dieses Kulturereignis taucht die Museen in ein anderes Licht".

Historische Bläsergruppe des Hamburger Konservatoriums
Historischen Bläsergruppe des Hamburger Konservatoriums
 
Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Eröffnungsrede
Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Eröffnungsrede
In dieser Nacht präsentieren die sieben Lüneburger Museen (Museum für das Fürstentum Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum, Historisches Rathaus, Deutsches Salzmuseum, Kloster Lüne mit Teppischmuseum und Brauereimuseum) ein einmaliges Programm, denn...

"...die Nacht ist nicht allein
zum Schlafen da".

Der Initiator der Lüneburger Museumsnächte, Axel Schlemann wies auf das besondere Ambiente der Lüneburger Museumsnacht hin.
Die Innenstadt bietet ein historisches Umfeld, so daß man in dieser Nacht, auch zwischen den Museen in eine andere Zeit eintauchen kann...
Seit zwei Jahren arbeitet die Projektgruppe, (bestehend aus Axel Schlemann und Vertretern der beteiligten Lüneburger Museen) bei der Organisation der Lüneburger Museumsnacht zusammen.

Sie erarbeiteten die Programmpunkte, die die regionale Kultur Lüneburgs und der norddeutschen und ostpreußischen Kultur wiederspiegeln. Auch ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre die Vielfalt des Programmes nicht möglich gewesen.

Axel Schlemann, der Initiator der Lüneburger Museumsnächte
Axel Schlemann, der Initiator der Lüneburger Museumsnächte
Projektgruppe Lüneburger Museumsnacht:
Brauereimuseum: Arthur Wohler / Naturmuseum: Rolf Erbguth, Prof. Kurt Horst / Salzmuseum: Frau Rosenhagen, Frau Rudloff / Ostpreußisches Landesmuseum: Silke Straatman, Dr. Ronny Kabus / Fürstentummuseum: Dr. Eckhard Michael / Kloster Lüne: Äbtissin Taglang, Eva von der Wense, Rotraud Kahle / Rathaus: Nicola Meier, Cornelia Herrmann / Koordination: Axel Schlemann
Begleitet wurde die Arbeitsgruppe von Seiten der Stadt: zunächst durch Anke Warnecke, danach Axel Papke und Lorenz Mehl
 

In eine andere Zeit eintauchen...

Dr. Eckhard Michael, Museumsdirektor im Museum für das Fürstentum Lüneburg beim Festvortrag
Dr. Eckhard Michael, Museumsdirektor im Museum für das Fürstentum Lüneburg beim Festvortrag
Dr. Eckhard Michael, Museumsdirektor im Museum für das Fürstentum Lüneburg erinnerte in seinem Festvortrag an Wilhelm Friedrich Volger (1794 - 1879), der im 19. Jahrhundert eine große Rolle in der Lüneburger Geschichte gespielt hat.

"Wenn man will, ist es auf das Wirken Wilhelm Friedrich Volgers zurückzuführen, daß wir jetzt alle hier sitzen."

Der Doktor der Philosophie und Lehrer (Volger war 52 Jahre lang im Johanneum tätig, seit 1844 Direktor der Realschule des Johanneums) publizierte zahlreiche Schulbücher und wissenschaftliche Werke. Z.B. das für Lüneburg besonders wichtige Alterswerk, das in drei Bänden (1872 - 77) erschienene Urkundenbuch und bis heute für den Stadthistoriker unentbehrlich ist.

Wesentliche Charakterzüge Volgers waren, Bescheidenheit ("Volger lebte seit seinem Amtsantritt als Lehrer über 60 Jahre in derselben Wohnung im Hause Papenstraße 6."), Disziplin und Energie, ohne die seine zahlreichen Veröffentlichungen nicht möglich gewesen wären. "Spätere Zeitgenossen heben hervor, dass sein friedliches Leben durch rastlose, disziplinierte Arbeit gezeichnet war, vor allem wissenschaftlicher Art."

Das 19. Jahrhundert ist ein Zeitalter des Umbruchs. Es begann der Siegeszug der Industrialisierung, Nationalstaaten formten und bildeten sich heraus. Die daraus resultierenden Umwälzungen in ökonomischem, politischem, sozialem und kulturellem Bereich fallen in eine Zeitspanne, die sich mit der Zeit des Wirkens von Wilhelm Friedrich Volger in Lüneburg decken.

1848 begann Volger, der eine Fülle von öffentlichen Funktionen in der Stadt wahrnahm, seine politische Tätigkeit in dem sogenannten Bürgerclub, der das Gedankengut der nationalstaatlichen Bewegung, für die als Synonym die Frankfurter Pauskirche steht, begeistert aufnahm.

Im April 1850 zirkulierte in der Stadt ein "Aufruf zur Teilnahme an einem Vereine zur Bekanntmachung und Erhaltung der Altertümer und Kunstwerke", verfaßt und neben anderen unterzeichnet von dem Direktor Dr. Volger. Der Altertumsverein wurde gegründet und konnte noch im gleichen Jahr 212 Mitglieder vorweisen.

Wilhelm Friedrich Volger (1794 - 1879)
Wilhelm Friedrich Volger
(1794 - 1879)
Volger, ambitioniert durch idealistische und erzieherische Interessen, nahm sich der Pflege der Altertümer Lüneburgs an, aus Motiven, die dem Erwachen eines nationalstaatlichen Bewußtseins verbunden sind.

"Es ist neuerlich mehrfach und besonders bey einem im verwichenen Jahre uns zuteil gewordenen Besuch der Kunstfreunde in Hamburg zur Sprache gekommen, wie bedeutend der Reichtum unserer Stadt an Bildwerken altdeutscher Kunst ist und wie gerade die Lüneburger selbst einem großen Teile nach wenig davon kennen und wissen."
Diese Formulierungen könnte man auf unsere heutigen Tage übertragen.

Die tiefere Absicht wird deutlich, dass man durch Sammlung und Pflege "altdeutscher" Altertümer den Blick auf die Überreste der eigenen, nationalen Vergangenheit und damit letztlich auf diese selbst zu lenken versuchte.
Dr. Michael schloß mit der Frage, was wohl Friedrich Wilhelm Volger zu der Museumsnacht gesagt hätte...

 


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