3. Lüneburger Museumsnacht
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Die Eröffnungsfeier im Fürstensaal des Rathauses Lüneburg |
![]() Bürgermeisterin Birte Schellmann eröffnete die 3. Lüneburger Museumsnacht |
Die 3. Lüneburger Museumsnacht wurde diesmal von Bürgermeisterin Birte Schellmann im Fürstensaal des Rathauses Lüneburg eröffnet.
Sie würdigte die Arbeit der Projektgruppe der sechs beteiligten Museen (Rathaus Lüneburg, Ostpreußisches Landesmuseum, Museum für das Fürstentum Lüneburg, Deutsches Salzmuseum, Naturmuseum und Brauereimuseum) für diese großartige Veranstaltung. Nicht zuletzt durch viele ehrenamtliche Arbeit kann auch dieses Jahr wieder ein umfangreiches Programm geboten werden. Die Museumsnacht ist ein Zeichen dafür, daß sich Lüneburg in den letzten zehn Jahren zur Museumsstadt gemausert hat. "Die Museen sind aus ihrem kulturpolitischen Schattendasein erwacht." Bekannt waren die Lüneburger Museen und Kirchen allerdings schon immer für ihre Sammlungen. |
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"Die heutige Veranstaltung unterstreicht die Vielfältigkeit der Museumslandschaft Lüneburgs". Heute Nacht wird die Vergangenheit lebendig: "Wir erfahren wie nebenbei die Bedeutung von Geschichte, Kunstschätzen u.v.m. Tauchen Sie ein in die geheimnisvolle Welt der Museen..." | |
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Axel Schlemann, Initiator und Organisator der Museumsnacht betonte, daß die Museumsnächte wichtig für die Stadt sind, eine lebendige Stadt, die sich verändert, turbulent ist und brodelt. Museen müssen Geschichte heute anders erzählen. Es geht hierbei auch um Heimat, Ahnen und Althergebrachtes. "Wo kommen wir her? - Wie lebten wir? Antworten darauf bieten die Museumsnächte in Lüneburg. "Wir feiern die dritte Museumsnacht - und es klappt".
Musikalisch eingestimmt wurden die Gäste der Eröffnungsfeier durch Plattdeutsche Balladen der Gruppe Söhl mit Flöte und Gitarre. |
![]() Axel Schlemann, Initiator der Lüneburger Museumsnächte |
| Stadtarchivarin Dr. Uta Reinhardt, eine der besten Kennerin der Lüneburger Geschichte, berichtete in ihrem Festvortrag über Festlichkeiten im Wandel der Zeit und was dieses mit Politik zu tun haben am Beispiel des Aufschwungs und Niedergangs der Stadt Lüneburg. Wie wurden früher im Rathaus Feste gefeiert? Wie heute auch noch, hatten diese Feste immer wieder mal mehr mal weniger mit Politik zu tun... | ![]() Stadtarchivarin Dr. Uta Reinhardt |
Z.B. das Fest der Fastnacht: Wir erfahren, daß 1445 der Kämmerer 2,5 Mark Silber für Konfekt ausgab, welches im Rathaus gereicht wurde. Und ab 1447 20 Shillinge für Wein übrig waren.
Junge Leute, Weiber und Männer haben den Beginn der Fastnacht gefeiert. Am Montag nach Lichtmeß kam Heinrich der Mittlere mit Pferden in die Stadt, die als Hirsche verkleidet waren...dann gab es ein Festmahl und Tanz im Rathaus. Die Landesherren feierten das ganze 16 Jahrhundert lang die Fastnachtsfeierlichkeiten der Patrizier im Rathaus Lüneburg. |
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Etwas mehr Politik fand zu den Feierlichkeiten der Huldigungen statt.
Bei der Huldigung erklärten die Lüneburger ihre Ergebenheit gegenüber den Landesherren.
An ihr kann man den Aufstieg und Niedergang der Stadt Lüneburg ablesen.
Jahrhundertelang fanden keine Huldigungen statt. Die Lüneburger Bürger behaupteten ihre Freiheiten und Stadtrechte gegenüber den Landesherren. Sie dachten gar nicht daran, dem Landesherren zu huldigen, denn sie führten eine selbständige städtische Politik. Die Stadt erlangte internationale Geltung - Die Blütezeit liegt im 15. Jahrhundert. |
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Nach 1388 kam es erst 1520 zu der "schon lange überfälligen" Huldigung.
Es gab einen Empfang und ein umfangreiches Festmahl im Rathaus. Essen und Trinken standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten.
Der Kämmerer ließ in silbernen Gefäßen Rosinenkonfekt von Hofbeamten reichen. Zu diesem Zeitpunkt ist noch unklar wer der Wirt war, also wer "die Zeche zahlte". Zur nächsten bedeutenden Huldigung 1562 gab es ein noch umfangreicheres Festmahl. Diesmal herrscht Klarheit: zu Lasten der Stadtkasse. |
![]() Musikalische Begleitung heute: Die Gruppe Söhl mit Plattdeutschen Balladen bei der Eröffnungsfeier |
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Immer größere Feste wurden zur Huldigung gefeiert:
1593 nimmt der Herzog ein großes Gefolge (40 Ritter) mit in die Stadt: 11 Tafeln wurden aufgestellt, 327 Reichstaler für Wein und insgesamt 474 Reichstaler für die Festlichkeiten ausgegeben.
Getrunken wurde aus Gläsern von 4 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr abends. Das Festmahl bestand aus fünf Gängen, ein Gang üppiger als der nächste. Frau Dr. Uta Reinhardt zählt unter anderem auf: Pastete, Wildschweinbraten, Lammfleisch, Marzipan, Karpfen, gebratenes Schwein, Hase mit Oliven, Hecht, Karpfen in Gelee, Schaffleisch mit Meeresfrüchten, Barsche, Mandeltorte, Kalbfleisch, 24 Sorten Konfekt usw..... Ab 1611 fanden die Huldigungen in der Gerichtslaube statt. Fürstliche Junker bieten Wein und Konfekt an. Nicht mehr der Rat der Stadt ist Herr des Geschehens, sondern der Landesfürst. Ab 1668 kehrten französische Sitten ein in Lüneburg: Es gab Bälle statt höfischen Tanz, Ballett und Maskenträger. Man hört von Tanzbären und 100 erleuchteten Kerzen im Fürstensaal... Die letzte Huldigung wurde 1706 im Rathaus Lüneburg abgehalten. Wieder gab es ein großes Festmahl des Kurfürsten, der mit einigen Damen speist, sowie dem Bürgermeister und Senatoren der Stadt, die auch als Diener auftreten. Schon lange ist die Blütezeit der Stadt Lüneburgs vergangen. Das letzte derartige große Fest im Lüneburger Rathaus fand 1854 zu Ehren König Georgs von Hannover statt. Frau Dr. Uta Reinhardt ließ die Gäste in die Geschichte der Stadt Lüneburg eintauchen - genau die richtige Stimmung um zum Fest der Museen aufzubrechen.... | |